Viel Geld fürs Schlossgut

Ich habe vor kurzem mal bei ratsinfo-online.de ein wenig geschaut, was es so an Sitzungen der einzelnen Ausschüsse oder der Stadtverordneten gibt. Dabei bin ich auf einen Eilantrag gestoßen, lt. dem die Schlossgut Altlandsberg GmbH 50000 € erhalten soll. Das ist viel Geld fürs Schlossgut. Den Beschluss findet man übrigens hier , sollte der Link wieder ungültig werden (ändert sich in diesem System ständig) dann einfach hier nach 0882/18-SVV suchen.

Es ist vielleicht viel Geld fürs Schlossgut – aber es ist offensichtlich nicht genug. Die 50000 € sind nämlich nur ein Anfang. Es sollen insgesamt 282000€  werden! (nachzulesen bei der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Recht, Sicherheit und Ordnung vom 05.02.2018 ) Man kann alternativ hier im Sitzungskalender die Sitzung vom 05.02.2018 aufsuchen und den Links rechts oben folgen. Ein Teil dieser Summe ergibt sich dadurch, dass man für 2016 und 2017 Mindereinnahmen bei der Stadtinformation von 92000€ ansetzt. Einnahmen aus der Stadtinformation sollten der Schlossgut Altlandsberg GmbH zugute kommen. Man hat für den Zeitraum 2016 und 2017 mit 92000€ mehr gerechnet, als letztlich eingenommen wurden. Da dieses Geld fehlt, soll (muss?) die Stadt das Geld nachschießen.  Wieviel dachte man denn, durch die Stadtinfo einnehmen zu können? Eine Stadtinfo, die seit Jahren auf dem Schlossgutgelände ist, deren Werbung aber immer noch am Storchenturm zu sehen ist? OHNE Hinweis, dass sie jetzt 700m weiter weg ist und eben NICHT mehr am Strausberger Turm.

stadtinfo
Nein, hier am Storchenturm ist die Stadtinfo eben schon seit Jahren nicht mehr

Es ist schon fast faszinierend. Die Schlossgut GmbH (eine 100%ige Tochter der Stadt) benötigt Geld – und scheinbar gibt es dass ohne viel Murren. Muss ja irgendwie weiter gehen auf dem Schlossgut. Das man den Wegendorfern versprochen hat, eine „lächerliche“ Summe von 201400 DM (rund 100800 €), die man durch die Fusion mit Wegendorf erhalten hat, als Eigenanteil für eine Straße über Neu-Hönow zu verwenden – mein Gott, wer braucht schon diese Straße….? Die paar Leute in Neu-Hönow oder gar die Wegendorfer?

Angesichts der Zahlen wird mein Unbehagen über das Schlossgut immer größer. Nach wie vor finde ich das eine Nummer zu groß für Altlandsberg. 282000 € sind vielleicht zu viel Geld fürs Schlossgut. Was könnte man mit dem Geld nicht alles machen? Brandenburg setzt pro Kind und Monat eine Pauschale von 115 € für die Kita an. Wird das letzte Kitajahr wie geplant kostenlos, ist das der Betrag, den eine Kommune je Kind und Monat vom Land Brandenburg erhält. Nimmt man dies als Grundlage, könnte man von den 282000 €  zwei Jahre lang für 100 Kinder den Kitaplatz finanzieren oder die Kitagebühren entsprechend senken. Damit könnte man einen Jugendclub eine ganze Weile betreiben oder den Bus bis 24 Uhr fahren lassen oder vieles mehr.

Die hier verlinkten Dokumente sind im Ratsinfo-System frei zugänglich und herunterzuladen. Es ist keine Anmeldung, kein Passwort nötig. Man muss die Dokumente nur finden. Die Links innerhalb des Ratsinfo-Systems ändern sich scheinbar ständig. Wer selbst suchen möchte, sollte deshalb anhand der Abkürzungen suchen – in diesem Fall BV 0882/18 – suchen. Wie oben schon erwähnt kann man auch über den Sitzungskalender die Protokolle der entsprechenden Ausschusssitzungen einsehen.

Noch eine Anekdote aus Altlandsberg: der Parkplatz hinterm Schlossgut ist ja endlich fertig – und schon unbenutzbar. Dort wird das Holz der um das Schlossgut gefällten Bäume gelagert. Ich bin gespannt wie der gepflasterte Platz die Masse an Holz und die schweren Fahrzeuge zum An- und Abtransport desselben verträgt. Am letzten Wochenende war ich mal dort. Der Platz scheint schon gelitten zu haben. Ich hoffe, man stellt das der Firma in Rechnung. Nicht, dass die Stadt oder Schlossgut GmbH zweimal Geld zum Pflastern des selben Platzes aus gibt…. Aber darauf kommt es wohl auch nicht mehr an.

parkplatz_1
Erst ca. ein halbes Jahr alt…
parkplatz_2
…und schon nicht mehr nutzbar

Über dischue

"Chef" dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und für technische Spielereien aller Art zu haben... ;-)

4 Gedanken zu „Viel Geld fürs Schlossgut

  1. Danke dir für deine Antwort. Es geht wirklich um die Straße, die rechts von der Zufahrtsstraße abgeht. Und dass sie aktuell „recht schlecht“ und nicht mehr unbefahrbar ist liegt an uns Anwohnern. Wir hatten einfach genug. Also packten alle Anwohner im Dezember an und verteilten gemeinschaftlich eine LKW-Ladung Schotter, um damit die notdürftig Schlaglöcher zu füllen.
    Uns allen war klar, dass diese Maßnahme – gerade nach dem Frost – nur wenige Monate halten wird. Aber alles ist besser als der vorherige Zustand. Jetzt haben wir aktuell zwar weniger Schlaglöcher, aber dafür mehr Staub. Das stört aktuell aber weniger. Und dieser Zustand wird auch so lange andauern, bis die Straße nun wirklich erneuert wird bzw. man weiß, was geplant werden soll.
    Laut Stadtverwaltung werden bis auf weiteres keine Ausbesserungsarbeiten mehr vorgenommen. 1. Kostet es natürlich Geld und 2. weigert sich die ausführende Firma inzwischen, denn kaum sind sie mit ihrer Arbeit fertig, steht wenige Wochen später eine neue Meldung im Maerker. Die Straße ist nicht mehr reparierbar und muss komplett erneuert werden.

    Und gerade das nervt mich als Anwohner. Besonders, wenn man sieht, dass der Mehrower Weg – meiner Meinung nach – völlig unnötig komplett erneuert wurde. Klar, jemand wird gesagt haben, dass das nötig war, da mussten bestimmt auch ein paar Fördergelder schnell noch genutzt werden. Aber ehrlich? Diesen „Ausbau“ hätte man sich sparen können. Das hat nur dafür gesorgt, dass man dort noch mehr rast, als es vorher schon der Fall war. Die morgendliche Rennstrecke nach Hönow. Der Wahnsinn was da los ist und nur eine Frage der Zeit bis es dort – mal wieder – richtig knallt.

    Beim Thema Internet will ich gar nicht erst anfangen. ;) Wir haben uns so viel von DNS.NET erhofft. Die Ernüchterung kam aber recht schnell. Der Verteilerkasten ist 3 km entfernt. Heißt, mehr als die 6 MBit – die wir aktuell eh haben – können sie uns auch nicht bieten. Wobei dies natürlich nur ein theoretischer Wert ist. In der Realität kommen hier 3 bis 4 MBit aus der Dose. Es reicht gerade so zum überleben, aber Spaß macht es wirklich nicht. ;)

    1. …das erklärt so einiges. Ich hielt es zugegebener Maßen schon fast für Jammern auf hohem Niveau ;-) Aber ich kenne das, wo ich vorher gewohnt habe wurde LKW-Weise Bauschutt in bzw auf die Straße gekippt, damit man überhaupt noch fahren konnte.
      Das was allgemein als Straßenreparatur angegeben wird, ist ja oft nicht der Rede wert bzw. kann man nicht für voll nehmen.
      Eine Schippe Kaltasphalt rauf und dreimal mit der Schippe raufgeschlagen kann man kaum Reparatur nennen. Das hält nur von 12 bis mittags. Leider gibt es davon genug Beispiele. Bei uns wurden vor ein oder 2 Jahren die Risse oder abgesenkte Stellen im Asphalt etwas verfüllt und Splitt raufgestreut. Bei einer ordentlichen Reparatur wird sowas rausgeschnitten und die Stelle ordentlich wieder aufgebaut. Das ist erstmal sicher teurer und dauert dreimal so lange – aber dann hält es auch. Die ganze andere Flickschusterei ist erst mal billiger, muss in kurzen Abständen aber wiederholt werden.
      Und zum Thema DSL… das war hier schon öfter Thema. So ist das im High-Tech-Standort Deutschland. Die Industrie hat sich mit einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung (meist kurzfristige Lösungen per Funk) aus der Affäre gezogen. Hier draußen – auch wenn es vor den Toren der Hauptstadt ist – gibt es halt keine Konkurrenz. Mit weniger Aufwand erreicht ein Unternehmen in den Städten viel mehr zahlenden Kunden.

  2. Es macht einen mehr als wütend. Wir leben Paulshof und leben seit Jahren mit einer Straße, die diese Bezeichnung nicht verdient. Mehr Schlaglöcher als Straßenbelag, beschädigte Autos, Schulbusse und Lieferanten, die sich weigern die Straße zu befahren.

    Was ist in den vielen Jahren passiert? Nichts. Man hat kein Geld. Inzwischen ist der Zustand der Straße so schlimm, dass sich das Rathaus gezwungen sah Maßnahmen zu ergreifen. Die sahen wie folgt aus: Man hat zwei Schilder mit „Achtung Straßenschäden“ aufgestellt. Mehr wird nicht getan. Und laut Info des Rathauses soll das auch noch ein paar Jahre so bleiben. Man müsse erst die entsprechenden Gelder einplanen.

    1. Danke für Deinen Kommentar!
      Das Gelder eingeplant werden müssen, ist sicher unstrittig. Die Frage ist dann wohl, welche Prioritäten gesetzt werden. Im großen und Ganzen bin ich der Meinung, dass erstmal die „grundlegendne“ Dinge funktionieren bzw. in Ordnung sein sollten, bevor „Extras“ erledigt werden. Das „grundlegend“ ist und was „Extras“ – da kann man drüber streiten. Grundlegendes wäre für mich z.B. Infrastruktur. Mittlerweile gehört sicher auch DSL dazu da es für viele Firmen ein Standortvorteil sein kann, wenn man eine schnelle Internetanbindung hat. Ich will auch nicht zu sehr gegen das Schlossgut wettern, bevor das Gelände noch mehr verfällt, war es wahrscheinlich gut, dass etwas getan wird. Ob man es komplett genau so hätte bauen müssen, ob es preiswertere Alternativen gegeben hätte – auch das ist gewiss wieder ein Streitthema. Geht es nur um finanzielle Aspekte, dann hätte es meiner Meinung nach gewiss kleiner sein können. Zumindest befürchte ich, dass es auf lange Zeit ein Zuschussgeschäft bleibt. Habe ich recht, so schießt die Stadt noch viele Jahre Geld Geld zu. Geld, dass man sonst in Sportvereine, Kitas oder Straßenbau stecken könnte. Das man jetzt an der Orangerie baut – in meinen Augen überflüssig.
      Zur Straße in Paulshof: ich bin dort vor einigen Wochen gewesen da ich entspr. Meldungen im Märker gelesen habe. Um welche Straße soll es da genau gehen?
      Die Zufahrtsstraße macht einen ordentlichen Eindruck. die erste Querstraße schien mir recht schlecht zu sein. Ich würde da aber nicht von unbefahrbar sprechen. Es lag etwas Schnee und so wahr nicht so viel zu sehen. Uneben war die Straße auf jeden Fall. Die Schlaglöcher waren aber nicht so tief, dass man mit normalem PKW ernsthaft Probleme bekommt. Schilder habe ich allerdings nicht gesehen.
      Oder andersherum: vorausgesetzt, die Meldungen im Märker bezogen sich auf diese erste Querstraße, dann hielte ich die Beschreibungen im Märker für recht übertrieben.
      Ich muss dazusagen, dass ich viele Jahre an einer komplett unbefestigten Straße gewohnt habe. Die war im Frühjahr und Herbst oft wirklich nahezu unbefahrbar da die Wege bei viel Regen verschlammten. Im Sommer war dann die Staubentwicklung das oft größte Problem. Schön war das nicht. Trotzdem wünsche ich mir das fast manchmal zurück. Seit ich in einer Gegend mit asphaltiertem Straßen wohne, muß ich feststellen, dass leider selbst viele Nachbarn mit einer 30er Zone offenbar nichts anfangen können. Und das in einer Gegend, in der doch mal da eine oder andere Kind nicht ganz aufmerksam um die Ecke geschossen kommt.
      Trotzdem hätte natürlich eine ordentliche Infrastruktur Vorrang vor einem Extra wie das Schloss gut – s. o. ;-)

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