Nutzer klagt gegen Nokia

img_5131Da ist dann mal einem der Kragen geplatzt – verstehen kann ich das: ein Nutzer eines Nokia E7 hat nun Nokia verklagt, weil das Gerät nicht (mehr) die zugesicherten/beworbenen Eigenschaften aufweist. (In dem konkreten Fall geht es also um ein „älteres“ Symbian^3 Gerät – nicht um ein Gerät mit Windows Phone.) Allerdings ist das kein Problem von Nokia allein sondern eher ein Phänomen, das mehr oder weniger um sich zu greifen scheint: da wird unfertige Hard- und/oder Software auf den Markt gebracht und wenn Kunden Probleme melden, wird mittels Patch oder Firmwareupdate Nachbesserung versprochen.

Gerade im Fall Nokia (da ich selbst betroffen bin) fällt auf, dass Nokia extrem lange benötigt, um Fehler auszumerzen. Man kann auch sagen, dass eigentlich nichts passiert. Im offiziellem Nokia-Forum wird man mit Standardsätzen abgespeist, nach dem Motto „Danke für den Hinweise, wir nehmen das gern auf und leiten es weiter“ – es fehlt allerdings an brauchbaren Lösungen. Seitens Nokia scheint keine Rückmeldung zu erfolgen. Bereits Ende 2010 versprach man Verbesserungen über ein Update für das damals neue N8, ein kleines Update kam dann Anfang 2011. Das große Update (ANNA) kam dann erst im August 2011. Adlerdings brachte es kaum Verbesserungen, im Gegenteil: manche Funktionen sind sogar weggefallen! Von den vielen seit Anfang 2011 gesammelten Fehlern wurde – soweit es mich betrifft – keiner ausgemerzt. Im Gegenteil, es kamen sogar Fehler hinzu, z.B. mit Bluetooth.

Und das ist das oder eins der Probleme, um die es wohl in der Klage geht: ich kaufe eine Handy/Gerät, bei welchem mir einige Eigenschaften zugesichert werden. Diese Treffen u.U. nicht zu, durch das Versprechen einer Fehlerbehebung per Firmwareupdate o.ä. verliere oder versäume ich das Umtauschrecht oder Garantiefristen – und dann tut sich doch nichts. Kommt dann ein Update, wird nicht detailliert aufgeführt, was verändert wird (die Liste könnte wirklich lang werden) – und nach dem Update vermißt man dann womöglich eine der Funktionen, wegen der man überhaupt das Gerät gekauft hat.

Und so hat man (bei Nokia) jetzt z.B. die paradoxe Situation, dass ein 5 Jahre altes Nokia den aktuellen Symbian-Geräten z.T. technisch voraus ist (Stichwort Streaming). Ein N95 und andere können es, ein E7 oder N8 nicht. Da würde man nicht ohne weiteres drauf kommen – oder?

Es scheint jedenfalls so, als kümmert sich Nokia nicht (mehr) um seine Symbian^3-Kunden sondern beschäftigt sich nur noch mit den neuen Windows Phone Geräten – was dabei vergessen wird: welcher enttäuschte Kunde eines Symbian 3 – Gerätes wird nach diesen oft großen Enttäuschungen mit Service, Kundefreundlichkeit und Engagement als nächstes Gerät wieder ein Nokia erwerben?

Nun kann man der Meinung sein, dass das alles egal ist und was soll das Theater – wegen eines Handys, dass eh alle 2 Jahre gewechselt wird – aber muß man Herstellern so einen Freibrief ausstellen? Und wie weiter oben erwähnt, betrifft das nicht nur Nokia oder Smartphones, wo etwas nicht richtig funktioniert. Die Kunden sind nur oft zu gleichgültig oder finden sich schnell mit einigen Macken ab – da die Geräte heutzutage keine lange Lebensdauer haben und eh schnell wieder gegen neuere „noch bessere“ ersetzt werden.

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Über dischue

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