Radweg nach Nord – und warum er keiner mehr ist.

Es war wohl Anfang Sommer dieses Jahres, als mir auffiel, dass das Schild „Radweg“am Radweg nach Nord nicht mehr vorhanden war. Auch in Nord fehlte es Richtung Stadt. Bekannte meinten schon, es hätte da nicht solche Schilder gegeben. Es gab sie aber – das brauchte auch eine Nachfrage in der Facebook-Gruppe Altlandsberg aktuell zu Tage. Eine Nachfrage

im Märker ergab: „Der Radweg wurde durch das zuständige Straßenverkehrsamt abgeordnet„.

Der Radweg nach Nord ist offiziell also keiner mehr. Da mich die Gründe interessieren, habe ich Anfang August auf der Bürgeranliegen-Seite des Landkreises MOL mal folgende Frage an das Straßenverkehrsamt gestellt:

seit einiger Zeit ist der Radweg von Altlandsberg nach Altlandsberg Nord – entlang des Werneuchener Weges – keine Radweg mehr. Lt. Stadt Altlandsberg hat das Straßenverkehrsamt diese Umwidmung veranlasst. Mich würden die Gründe dafür interessieren. Bei diesem Weg handelt es sich auch um einen Schulweg! Leider halten sich dort auch nur wenige Fahrzeugführer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit auf diesen Abschnitt. Hinzu kommen zur Zeit landwirtschaftliche Maschinen, die eine gewisse Überbreite aufweisen. Zwar dürfen Kinder bis 10 Jahren auf dem Gehweg fahren, letztlich bringt diese Maßnahme aber Radfahrer jeden Alters in Gefahr. Von Fußgängern wird dieser Weg hingegen eher selten benutzt! Gibt es keinen Bestandschutz, falls der Weg nicht den aktuellen Bestimmungen eines Radweges entspricht? Wäre es nicht möglich, den (jetzt) Gehweg mittels Zusatzzeichen (für Fahrräder frei) auch für Radfahrer nutzbar zu machen?

Ende September habe ich nochmal nachgefragt, wann mit einer Antwort zu rechnen ist. Es dauerte also eine Weile, bis ich darauf die Erklärung bekam, warum der Radweg nach Nord keiner mehr ist. Diese Antwort kam Mitte Oktober:

An der Werneuchener Straße wurde im Zusammenhang des damaligen Wegebaues auch ein Geh-Radweg
ausgewiesen.
Auf Grund mehrfacher Änderungen der StVO in den Letzen Jahren und der aktuellen Rechtsprechung zu
benutzungspflichtigen Radwegen, wurde nach einer Ortsbesichtigung im Jahr 2018 die Benutzungspflicht auf diesem Straßenabschnitt abgeordnet.
Diese Entscheidung wurde im Ergebnis einer Anhörung unter Hinzuziehung der Polizei und Stadt Altlandsberg durch die Straßenverkehrsbehörde getroffen.
Auf Grund der Straßenlage, dem Verkehrsaufkommen und erfassten Unfallgeschehen, ist eine Ausweisung eines Rad- bzw. Geh-Radweges nicht genehmigungsfähig.
Ein Bestandschutz für Verkehrszeichen gibt es in der Straßenverkehrsordnung nicht. Eine Freigabe des Gehweges für
Radfahrer ist in diesem Fall ebenfalls nicht genehmigungsfähig.

So viel zur Rechtslage. Interessant wäre natürlich noch, wie sich die Stadt bei der genannten Anhörung positioniert hat. Ich habe vor Jahren im Märker darauf hingewiesen, dass der Radweg an einigen Stellen aufgebrochen/beschädigt ist. Die damalige Antwort war, das ein grundhafter Neubau nötig wäre – das hat sich wohl erledigt. (dieser Beitrag ist nicht mehr aufrufbar, es gab zwischenzeitlich auch Änderungen im Märker)

Zum Glück stimmt es, dass auf dem Weg nach Nord praktisch kein Unfall war – soweit ich das mitbekam. Vielleicht lag das ja daran, dass die Radfahrer bisher offiziell auf dem Radweg fahren durften? Nach meinen (natürlich NICHT repräsentativen) Beobachtungen wird der (ehemalige) Radweg nach Nord kaum von Fußgängern genutzte. Ausnahmen sind Veranstaltungen wie Sattelfest, Vogelscheuchenmarkt oder Weihnachtsmarkt. Zu diesen Anlässen sieht man doch verstärkt Fußgänger den Weg nutzen.

Hingegen wird der Radweg nach Nord (oder Richtung Stadt) täglich von so einigen Schülern und auch anderen Fahrradfahrer genutzt – und allein dieses Jahr sind wieder mindestens 6 Kinder aus Nord eingeschult worden. Auch, wenn Kinder bis zu 10 Jahren auf dem Gehweg fahren dürfen, so macht ein richtiger Radweg nach Nord meiner Meinung nach trotzdem Sinn. Betroffen ist auch der Abschnitt/ (ehemalige) Radweg entlang der Buchholzer Allee. Auch dieser Abschnitt ist kein Radweg mehr. Nicht alle kennen die Möglichkeit, diesen Abschnitt über die Karl-Liebknecht-Straße zu umfahren. Die jetzt verstärkt auf der Straße parkenden Fahrzeuge machen es für Radfahrer jeden Alters nicht gerade leichter dort lang zufahren – wenn sie gesetztes konform auf der Straße fahren.

Was ist mit dem Radweg am Schlossgut? Zumindest von er Breite her ist der Abschnittsweise nicht breiter als der Radweg nach Nord – aber hier sind die Radweg-Schilder noch vorhanden.

Mehr Infos zu Fuß- und Radwegen gibt es übrigens auf dieser Seite. Ich habe dort auch mal einen Kommentar hinterlassen.

Über dischue

"Chef" dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und für technische Spielereien aller Art zu haben... ;-)

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