Maerker Brandenburg – Clevere Idee oder Petzerei?

Mirk hat mich in einem Kommentar drauf gestoßen: Maerker Brandenburg, ein online-Portal, in dem Mißstände gemeldet werden können – von ausgefallener Straßenbeleuchtung über zugewachsene Gehwege bis zu wilden Müllkippen. Gibt es übrigens auch für Berlin. (Nicht mehr als Märker, Seit 1. August solle ähnliches für Berlin als „Ordnungsamt online“ geben – siehe hier)  Eine Rückmeldung vom Amt erfolgt wohl innerhalb kürzester Zeit, Ampelfarben signalisieren den Bearbeitungsszustand. Ich habe jetzt nur mal die (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages) ersten paar Seiten durchgesehen und die gemeldeten Dinge machten einen „ordentlichen“ Eindruck. Klingt jetzt widersprüchlich, will damit nur sagen, dass die Meldung dieser Dinge in meinen Augen gerechtfertigt ist. Bei solchen Seiten, wo man etwas melden kann, habe ich gelegentlich doch ein etwas ungutes Gefühl. Zu schnell wird etwas als öffentlicher Pranger mißbraucht oder um Leute anzuschwärzen. Nicht mißverstehen, Ordnung muß schon sein, wenn aber der Nachbar 5 Minuten nach Beginn der Mittagsruhe noch nicht seinen Rasenmäher aus hat, dann kann man auch mal über den Zaun rufen und muß das nicht (anonym) im Internet kund tun oder die Polizei rufen…. Wie gesagt: im Moment sieht es gut aus  😉

Die Seite gibt es wohl schon etwas länger – ich kann sie aber noch nicht. Übrigens gibt es für diese Seite auch Apps. Aus meiner Sicher besonders erfreulich, dass es auch eine App für das Nischenbetriebssystem WP 8 gibt. Man ist damit ja sonst immer hinten dran. Allerdings hat zumindest die WP  8 – App noch Verbesserungspotential. Ungewöhnlich ist, dass man nicht auf die Pfeile an den Auswahlmöglichkeiten tippen muß sondern direkt in das Feld – aber gut, Kleinkram. Hier gibt es die Apps bzw. deren Links für die verschiedenen mobilen Plattformen.

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zunächst Gemeinde auswählen…
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…dann, ob man Meldungen einsehen oder machen möchte.

Sofern im Handy eingeschaltete kann auch eine Ortung erfolgen und der Standort wird automatisch eingetragen. Wie genau dieser ist, hängt wohl vom Handy ab – also da lieber einen Blick drauf haben. Da ist schon eine Erleichterung, gerade, wenn man abseits der Straßen unterwegs ist – bringt nur nichts, wenn man von zu Hause etwas meldet, was man unterwegs sah.

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hier hat man einen Überblick über erfolgte Meldungen
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…Und hier kann man Meldungen machen

Um Meldungen zu machen sind keine persönlichen Daten nötig (Name, Mailadresse o.ä.)freiwillig aber möglich. Veröffentlicht werden diese nicht. Meldungen werden aber vor Veröffentlichung überprüft, heißt es in den Nutzungsbedingungen. Probleme können per Foto dokumentiert werden, Maerker Brandenburg bekommt damit aber auch das einfache Nutzungsrecht an den Fotos und kann diese weiterverwenden – Fotos von wilden Müllkippen dürften aber auch nicht besonders wichtig für den Meldenden sein. Die Größe der Fotos ist auf 1,5 MB beschränkt – was bei heutigen Smartphones schon fast ein Problem ist da die Fotos oft größer sind. Nicht jeder steckt so tief in der Technik, dass das leicht zu ändern ist – und bei WP8 geht ein Verkleinern mit Bordmitteln nur über den Zuschnitt, nicht über Qualität oder Auflösung o.ö.  Nicht alles, was gemeldet wird, wird auch veröffentlicht – so steht es in den Nutzungsbedingungen. Namen oder ander personenbezogenen Daten werden nicht veröffentlicht – weder vom Meldenden noch von gemeldeten Dingen (also keine Kennzeichen von abgestellten Autos, keine Adressen o.ä. was Rückschlüsse auf Personen zuläßt.

Es ist jetzt also wirklich einfach, wilde Müllkippen o.ä. zu melden. Verhindern kann man sie damit leider noch nicht.

2 Klicks für mehr Sicherheit: der 1. Klick aktiviert die Buttons (schon dabei werden Daten übertragen) der 2. Klick ermöglicht das Empfehlen, Twittern usw.

Über dischue

„Chef“ dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und für technische Spielereien aller Art zu haben… ;-)

6 Gedanken zu „Maerker Brandenburg – Clevere Idee oder Petzerei?

  1. Ich finde es super. Leider wird unsere Zufahrt wöchentlich als wilde Müllkippe missbraucht. So kann man schnell und unbürokratisch darauf hinweisen und wenige Tage später ist der Müll auch verschwunden. Aber es nervt … kaum wurde der letzte Müll am Wochenende entsorgt, liegen da schon wieder vier Reifen und eine Autobatterie. Vollidioten. Ich überlege, ob ich mir eine Drohne mit Kamera anschaffen soll! 😉

    1. … also persönlich stehe ich der Beobachtung durch Drohnen skeptisch gegenüber – also wenn mich zuhause eine beobachten würde. Vielleicht wirkt es bei den illegalen Müllentsorgern aber abschreckend. 😉 Andererseits würde es mich auch nicht wundern, wenn z.B. ein Prozess gegen die Müllentsorger ausfällt, da Bagatell, der Drohnenbesitzer aber Ärger bekommt wg. Verletzung der Persönlichkeitsrechte oder weil nicht auf die Videoaufnahmen hingewiesen wurde o.ä…. 😉 😉

  2. Hallo Dischue, ein super Beitrag und wie immer interessant diesen zu lesen. Das mit der „Petzerei“ sehe ich nicht so eng, da ja auch die klassischen Methoden, wie anonyme Schreiben für solche Dinge missbraucht werden können. Ich fand es nur interessant wer der Empfänger der Mails ist. Bei mir war es der Bürgermeister. Ich hätte gedacht, dass die Verteilung kleinteiliger ist.

    1. Hallo Mirk!
      Die Idee zum Beitrag war ja nicht von mir…. 😉 😉
      Klar, man kann auch per Brief irgend jemand anonym anschwärzen – zum einen ist es dann aber nicht öffentlich (was beim Maerker ja wohl auch nicht püassieren würde) und ein wenig Meht Aufwand ist es doch irgendwie. Zumindest habe ich das Gefühl, dasss im Internet die Hemmschwelle doch niedriger ist – auf Grund der (vermeintlichen) Anonymität und da ein par Zeilen ja schnell getippt sin – ohne ausdrucken, Briefmarke usw..
      Aber egal, beim Maerker ist ja „alles ruhig“. Ob es aber zum Beispiel hilft, wenn in Neuenhagen ganz oft der selbe Umstand gemeldet wird (von der selben Person, Geruchsbelästigung durch das Glaswerk) wage ich mal zu bezweifeln. Aber ich kann die Leute schon verstehen, die das nervt. Vor Jahren sollen ja mal Emissionsmessungen stattgefunden haben – angeblich ohne Ergebnis. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es manchmal sehr unangenehm ist. Ob dabei tatsächlich Grenzwerte überschritten werden oder das ein subjektiver Eindruck ist – kann ich nichts zu sagen.

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