Augen auf – nicht nur beim Spielplatz

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit mal „laut“ über die Situation von Kindern und Jugendlichen in Altlandsberg nachgedacht. Nun habe ich mal wieder im ratsinfo-System nachgeschaut und stieß auf eine Mitteilung, die mich fragen läßt, ob die Mitarbeiter der Stadt eigentlich die Augen auf haben wenn sie durch die Stadt gehen oder fahren. Anlass meiner Verwunderung ist eine Bemerkung zum Spielplatz in der Karl-Liebknecht-Straße. In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend und Soziales vom 07.02.2018 ging es um den Zustand der Spielplätze in Altlandsberg. Informiert hat wohl Herr Keller und Herr Keller bezeichnete lt. Sitzungsprotokoll den Zustand des Spielplatzes in der Karl-Liebknecht-Straße als gut.

guter_zustand

Ich weiß nicht, wann Herr Keller den Spielplatz in Augenschein genommen hat und ob er dabei die Augen auf hatte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man das als „gut“ bezeichnen kann:

spielplatz

Das Foto zeigt den Spielplatz Anfang Januar 2018. Wie lange dieser Zustand da schon herrschte, kann ich nicht genau sagen. Am 11.02.2018 sah der Spielplatz übrigens immer noch so aus – also ca. 1 Monat nach dem Foto. Nebenbei die Frage: welche Kinder lassen sich von rot-weißem-Flatterband abhalten?

Dass Vandalismus ein großes Problem ist, gebe ich gern zu. Solche Mißstände wie im obigen Foto sollten aber schnell abgestellt werden. Vielleicht war es auch ein Fehler, auf solche natürlichen Baustoffe zu setzen. Ohne entsprechende Pflege gammelt Holz nun mal und gerade bei obigen Spielplatz wurde – wenn ich mich jetzt nicht irre – schon 2 Reisig-Hütten entfernt, da sie einfach zu labil waren. Ich gebe zu, dass das in die Rubrik „hinterher ist man immer klüger“ gehört.

Man schaue sich mal den Spielplatz in Mehrow an. Der Standort gegenüber der Kirche hat zwar den Nachteil, dass er direkt an der Hauptverkehrsstraße liegt- zumindest ist aber ein Zaun vorhanden. Er ist auch gut einsehbar, Vandalismus ist somit zwar nicht unmöglich – aber schwerer. Die Spielgeräte sind überwiegend aus Metall und Kunststoff. Das mag nicht so schön sein – aber stabil und langfristig nicht so pflegeintensiv.

mehrow

Ich habe mir am Sonntag auch mal den Spielplatz im Wohngebiet am Röthsee angesehen. Spielplatz ist ja fast schon übertrieben: auf einer Art größeren Mittelinsel befindet sich ein Spielhaus mit angeschlossener Rutsche, ein Sandkasten und eine Wackelfigur. Ich meine diese Figuren/Sitze, die auf einer großen Spiralfeder montiert sind. Ich würde schätzen, dass dieser „Spielplatz“ für 1-5 Jährige interessant ist. Für ältere Kinder sind Spielhaus und Rutsche zu klein. Ich vermute, dass in manchen der umliegenden Grundstücke größere „Spielplätze“ vorhanden sind.

Also stelle ich wie im o.g. Artikel wieder die Frage: was bietet Altlandsberg für die 8-16 jährigen? Welche Möglichkeiten haben Kinder und Jugendliche in Altlandsberg bei schlechtem Wetter? Also wie gehabt: Treffen in der Bushaltestelle, rumlungern in Torbögen, alten Scheunen und ähnlichem?

Besteht vielleicht die Möglichkeit, beim Schlossgut was zu machen? Wenn da schon viel Geld fließt, warum dann nicht auch für die Jugend? Wie wäre es mit einem Spielplatz vom Brau- und Brennhaus Richtung Stadt? Während die Eltern im Biergarten sitzen oder die Brauerei besichtigen, hätten die Kinder eine Möglichkeit ihre Langweile zu bekämpfen. Wahrscheinlich wieder eine Kostenfrage – aber hey, wir haben das Schlossgut… Heißt es sonst nicht, die Jugend ist unsere Zukunft?

Ich muss gestehen, ich kann das Wort „Schlossgut“ bald nicht mehr hören, wenn selbst kleine Reparaturen an Spielplätzen Monate benötigen und Kitagebühren nicht unerheblich erhöht werden. Es muss ja auch mal gefragt werden, was bringt das Schlossgut für die Altlandsberger? Zunächst kostet es eine Menge Geld und ich befürchte, dass das über Jahre so sein wird. Vielleicht profitieren die Restaurants und ein paar Geschäfte von mehr Gästen oder Kunden- es gibt auch 1 Restaurant mehr. Aber der „gemeine“ Altlandsberger? Das Schlossgut repariert keine Spielplätze, es bessert keine Straßen aus, es saniert keine Radwege, es ersetzt keinen Jugendklub, es beschleunigt nicht den Bau der Schulerweiterung oder schafft mehr Kitaplätze. Aus ganz subjektiver Sicht bindet es nur personelle und finanzielle Mittel. Das mag in höchstem Mass ungerecht sein – aber ich habe mich gerade etwas in Rage geschrieben……Momentan fällt mir nichts ein, was für den Altlandsberg „rausspringt“ –  vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben.

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Über dischue

"Chef" dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und für technische Spielereien aller Art zu haben... ;-)

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