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Nokia gibt’s…noch

Ja, ich bin so altmodisch und habe noch ein Nokia-Handy. Ach nein, das heißt jetzt ja Smartphone… 😉 Die Macht der Gewohnheit spielt da sicher eine Rolle. So lange man nichts anderes kennt, kommt man damit auch bestens klar.

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Seit Neuestem habe ich dann auch Anna – so heißt das neueste Firmware-Update fĂŒr die etwas ausgefeilteren Nokia-GerĂ€te. Hat bei meinem GerĂ€t etwas lĂ€nger gedauert, da es keinen deutschen Produktcode hat. Schließlich kann man auch als Kunde die Vorteile der ach so globalisierten Welt ausnutzen.  😉 . Insgesamt ist das Update allerdings wohl enttĂ€uschend,  viele der seit Monaten in einschlĂ€gigen Blogs und Foren bemĂ€ngelten Funktionen wurden immer noch nicht verbessert. Dazu gehören die immer noch nicht korrekte Umsetzung der IMAP-Spezifikationen und MĂ€ngel im Kalender. Das sind z.T. zwar Punkte, die den „normalen“ Nutzer kaum interessieren – die andererseits aber schon in Ă€lteren Nokia-Handy funktionierten – warum dann in den Neueren nicht mehr?

Der Frust in den Foren ist groß, auch oder gerade weil dort doch eher die technisch interessierten „Freaks“ anzutreffen sind. Z.T. werden sogar mehr bzw. neue Fehler vermeldet, als vor dem Update. Der Kalender ist also immer noch eine KrĂŒcke und kann keine Geburtstage aus dem Telefonbuch (mehr) anzeigen – was mit uralten Nokia-GerĂ€te schon mal funktionierte. Eine vernĂŒnftige Synchronisation mit Outlook soll kaum möglich sein – aber das betrifft wohl vor allem GeschĂ€ftskunden. WLAN-Verbindungen werden aufgebaut, obwohl kein Bedarf besteht bzw. nicht ordentlich getrennt – was den Akku leer saugt. Öffnet man die Programme, vergehen erst ein paar Gedenksekunden, bis man in dieser Ansicht eine App auswĂ€hlen oder nur scrollen kann. Statt also die lange bekannten Probleme zu beseitigen, wurden z.T. neue geschaffen. Andererseits wurden neue Tools installiert: ein „Microsoft Communicator“, ein „Benachrichtigungsdienst“ und ein „Nokia Analytics Collector“. Letzteres Programm findet man aber nur versteckt in den Einstellungen unter den installierten Programmen, es wird kein App-Symbol angelegt. Bei diesem und beim „Benachrichtigungsdienst“ ist im Prinzip nicht so richtig klar, wofĂŒr die ĂŒberhaupt gut sind. Zum Teil mögen die Probleme mit unterschiedlichen Apps und Einstellungen zusammenhĂ€ngen – aber das allein dĂŒrfte keine ErklĂ€rung sein. Wer sich weiter informieren möchte – z.B. hier im Nokia-Forum möglich, Stichwort Anna. Die Moderatoren dort tun mir leid…

Man kann mit dem Handy Smartphone aber tatsĂ€chlich noch telefonieren. Insgesamt finde ich Bedienung und LeistungsfĂ€higkeit der Nokia-GerĂ€te nicht so schlimm, wie vielerorts beschrieben. Die Ausstattung mit Programmen bereits „ab Werk“ ist sogar recht gut. So kann man z.B. Videos schon am GerĂ€t selbst schneiden. Ist allerdings auch nötig da mpg4-fĂ€hige (kostenlose) Programme selbst auf dem PC noch Mangelware sind.

Neben telefonieren kann man SMS schreiben, ins Internet und viele zusĂ€tzlich „Apps“ benutzen – wenn auch nicht so viel, wie bei iPhone und Android. Bei Nokia (speziell den Symbian 3 – GerĂ€ten) funktioniert alles sowohl im Hoch- als auch im Querformat – jedenfalls die von Nokia mitgelieferten Tools als auch die extra installierten Apps.

Die Nokia-Hardware der besseren GerĂ€te ist zum grĂ¶ĂŸten Teil (Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel) sowieso ĂŒber jeden Zweifel erhaben: normaler Weise ordentliche Verarbeitung, stabile GehĂ€use, hochwertige Kamera und echter Blitz (Blitzchen – soll bei Handys ja schon wichtig sein – heutzutage). Dazu kommen heute HDMI-Ausgang, USB-OTG (USB-on-the-go, Anschluß z.B. von USB-Sticks am Handy, beides ĂŒber kurze Adapter-Kabel). GerĂ€te der preiswerteren Kategorie lohnen sich fĂŒr Vielnutzer eher nicht – allein schon wegen dem Touchscreen. Man unterscheidet resistive und kapazitive Touchscreens. Resistive sind die, bei denen sich die OberflĂ€che leicht „eindrĂŒcken“ lĂ€ĂŸt. Dabei werden im Prinzip 2 dicht ĂŒbereinander liegende Kunststoffscheiben, bzw. die dort vorhandenen, nicht sichtbaren Metallgitter, aufeinander gedrĂŒckt. Zum einen zerkratzt der Kunststoff schnell und durch 2 ĂŒbereinander liegende Scheiben sind diese Display oft dunkler und auch so schlecheter abzulesen. Vorzuziehen sind auf jeden Fall die kapazitiven Displays, die mit (oft extrem kratzfestem) Glas ausgestattet sind.

Die Kameras sind mit bis zu 12 MP und Zeiss-Objektiv eigentlich sehr gut. Nicht grundlos wurden damit der z.Z. grĂ¶ĂŸte und auch der kleinste Stopp-Motion-Trickfilm der Welt damit erstellt – natĂŒrlich auch zu Werbezwecken  😉

Hier hatte ich ja schon bereits mal den grĂ¶ĂŸten Stopp-motion Film verlinkt
Und hier dann der z.Z. kleinste Film in dieser Technik, die (tote) Hummel ist wohl echt – nur so als GrĂ¶ĂŸenvergleich:

Nokia ‚Dot‘ from Sumo Science on Vimeo.

FĂŒr die interessierteren meiner 3 Leser hier noch die links zu den Dreharbeiten zu diesen Filmen:

Gulp. The making of

The making of Nokia „Dot“

Ein weiteres Argument pro Nokia ist fĂŒr mich immer noch die (seit langem) kostenlose Navigation, die mittels Nokia-Maps möglich ist. Zwar ist die Bedienung zunĂ€chst gewöhnungsbedĂŒrftig, die Karten sind aber dank regelmĂ€ĂŸiger, natĂŒrlich kostenloser Updates recht aktuell – und ein Handy hat man heutzutage „immer“ dabei. Navigation gibt es bei anderen oft nur offline (dann kostenpflichtig) oder online -was eine stĂ€ndige Datenverbindung mit entsprechendem Tarif voraussetzt.

Wer also eine gute Kamera im Handy möchte und Navigation, ist z.B. mit einem N8 immer noch gut bedient.

Jetzt habe ich aber ein Problem: immer wieder kommen Freunde und Verwandte und fragen, welches Handy sie sich wohl holen sollen. Ich bin nicht der große Auskenner und kenne – wenn ĂŒberhaupt – vor allem Nokia-GerĂ€te. Unter den Blinden ist der EinĂ€ugige König…  Um es vorneweg zu sagen: mit Android brauche ich wohl gar nicht erst zu kommen, soweit ich das beurteilen kann. In dieser Richtung liegt zu wenig technisches VerstĂ€ndnis und Interesse vor. Die Handys Smartphones sollen in erster Linie nur funktionieren. Obwohl ich von den ganzen Problemen bei und mit Nokia weiß, spielen die dann doch eher keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle fĂŒr die, die bei mir nachfragen. Vieles wĂŒrden die nicht nutzen, anderes ist Nebensache oder einfach unwichtig. Zwar wechselt Nokia demnĂ€chst auf Windows Phone, dem wohl (nach verkauften GerĂ€ten) unwichtigsten Handy-Betriebssystem der Welt – aber Symbian soll noch eine Weile unterstĂŒtzt werden – und z.Z. kommen gerade viele neue Symbian 3- Handys auf den Markt (Nokia 700, 701, N9 nicht in Deutschland). DafĂŒr stellt Nokia ĂŒbrigens einen Super-„Service“ zur VerfĂŒgung: man kann sich Blog-Packs runterladen. Darin sind Fotos der GerĂ€te enthalten und ein vorgefertigter Text, der diese GerĂ€te – natĂŒrlich – in ein Gutes Licht rĂŒckt. Also einfach nur Werbung ist. Ich habe noch auf keiner Seite einen solchen Text gelesen – aber ich stelle die zur VerfĂŒgung gestellten Fotos vom 701 mal hier rein – einschließlich des vorgefertigten Nokia-Textes dazu. Das ist nicht meine Meinung sondern ein Text von Nokia. Wer diesen Text also auf einer Webseite sieht, kann sicher sein, dass der Text von Nokia stammt und nicht unbedingt die wirkliche Meinung des Webseitenbetreibers ist….  😉

Hier also mal der Werbetext:

Nokia 701: Nokias hellstes Smartphone

 Das Nokia 701 ist ein schlankes und elegantes Smartphone, das das weltweit hellste Smartphone-Display bietet: Das 3,5-Zoll ClearBlack-Display ist damit ideal fĂŒr die Nutzung sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.

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Das Nokia 701 verfĂŒgt darĂŒber hinaus ĂŒber aktive GerĂ€uschunterdrĂŒckung fĂŒr klaren Sound und bietet – wie das Nokia 700 auch – NFC-Pairing und -Sharing. Damit können Inhalte geteilt und NFC-fĂ€hige Headsets und Lautsprecher kabellos zur Wiedergabe von Musik verbunden werden. Das Nokia 701 bietet einen 1GHz- Prozessor, eine 8-Megapixel Full-Focus-Kamera mit Dual-LED-Blitz und 2-fach digitalem Zoom, eine zweite Kamera auf der Vorderseite und die Möglichkeit zu HD-Videoaufnahmen. Der interne Speicherplatz betrĂ€gt 8 GByte und ist mit einer 32 GByte microSD-Karte auf bis zu 40 GByte erweiterbar.

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 Symbian Belle

 Symbian Belle ist das neueste in einer Serie geplanter Updates fĂŒr die Symbian Plattform, die mit Symbian Anna begann. Belle erhöht die Anzahl der Homescreens von drei auf sechs, um noch mehr Raum fĂŒr Apps und Services zu bieten. Live-Widgets in fĂŒnf verschiedenen GrĂ¶ĂŸen bringen Abwechslung in die Homescreens und bieten mehr FlexibilitĂ€t, um das Nutzererlebnis zu personalisieren.

Weitere Features sind: Pull-Down-MenĂŒ/-Taskbar fĂŒr direkten Zugriff auf Benachrichtigungen auf sĂ€mtlichen Homescreens und der noch einmal verbesserte Symbian Browser, der nun eine dreimal so schnelle Darstellung von Inhalten ermöglicht. Alles in allem ist Symbian Belle die konkurrenzfĂ€higste und intuitivste Symbian-Plattform bisher.

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Eines der spannendsten neuen Features von Symbian Belle ist die Möglichkeit, durch kurze BerĂŒhrung zweier NFC-fĂ€higer GerĂ€te Inhalte wie Kontakte, Videos oder Bilder miteinander zu teilen. Auf die gleiche Weise können NFC-fĂ€hige Smartphones wie das Nokia 700 und das Nokia 701 mit NFC-fĂ€higem Zubehör wie Lautsprechern oder Kopfhörern gekoppelt werden.

Spielefans können ebenfalls von NFC profitieren, so zum Beispiel durch das Freischalten versteckter Level bei ‚Angry Birds‘ oder eines versteckten Schwerts bei ‚Fruit Ninja‘. Auch hier reicht eine kurze BerĂŒhrung zweier NFC-fĂ€higer GerĂ€te aus, um die Specials freizuschalten.  Auf dem Nokia 701, bei dem das Game ‚Asphalt 5‘ bereits vorinstalliert ist, können sogar zwei Spieler auf derselben Strecke gegeneinander fahren.

Ist das jetzt wirklich ein Service oder der verzweifelte Versuch des einstigen WeltmarktfĂŒhrers und nun im freien Fall befindlichen Herstellers, wieder Marktanteile zurĂŒck zu gewinnen? Mehr möchte ich jetzt nicht auf Nokia einprĂŒgeln – das wird andernorts schon zur GenĂŒge getan….

2 Klicks fĂŒr mehr Sicherheit: der 1. Klick aktiviert die Buttons (schon dabei werden Daten ĂŒbertragen) der 2. Klick ermöglicht das Empfehlen, Twittern usw.

Über dischue

"Chef" dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und fĂŒr technische Spielereien aller Art zu haben... ;-)

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