Die Telekom Cloud

…man kann natürlich auch lesen, die Telekom klaut…  😉 ok, der Gag ist alt…  Man soll ja heute alles in die Cloud ablegen – also irgendwo auf irgendwelchen Servern. Sein Leben mit dazugehörigen Berichten, Fotos, Videos bei Facebook, sonstige Videos bei YouTube, Fotos bei flickr, Picasa oder Panoramio, Adobe bietet Photoshop nur noch als Abo-Modell online („Creative Cloud“ an, man kann online Dokumenten erstellen usw. usf.  Fälschlicher Weise gehen dabei die großen Firmen wohl davon aus, dass ausreichend schnelles Internet überall vorhanden ist und Daten so schnell in oder aus der Cloud geladen werden können, als wären sie lokal auf der Festplatte – und die paar Leute, die das nicht haben, haben eben Pech (schönen Gruß auch nach Wegendorf…  :-/  )  Man kann von der Cloud halten, was man will – teilweise ist es auch einfach bequem. So halte ich eigentlich nicht wirklich viel davon – nutze sie aber trotzdem.

Fast gezwungener Maßen, denn bei heutigen Smartphones läuft ja vieles nur noch über die Cloud – und auch sonst ist es einfach bequem, bestimmte Daten überall gleich zu haben wenn man sie nur auf einem Gerät eingetragen hat – z.B. Kalendereinträge. Oder das man mit dem Smartphone aufgenommene Bilder kurze Zeit später automatisch am PC vorfindet. Das wären in meinem Fall schon die persönlichsten Dinge, die in der Cloud landen – und auch da wird noch ein wenig sortiert. Ein paar wenige mehr oder weniger wichtige Dokumente liegen noch verschlüsselt in Truecrypt-Containern herum – aber mehr zum Probieren als zur wirklichen Nutzung.

Apple-Nutzer landen automatisch in der iCloud, Android-Nutzer bei Google Drive, Nutzer von Windows oder Windows Phone bei Skydrive… Man muß sich eigentlich keine Gedanken machen. Zusätzlich kann man sich natürlich noch bei einem jeweiligen anderen Dienst anmelden – also z.B. Microsofts Skydrive mit entsprechender App auf Apple-Geräten nutzen. Außerdem gibt es noch andere Cloud-Dienste wie zum Beispiel von Amazon oder Dropbox.

Das dürften – meiner subjektiven Einschätzung nach – schon fast die bekanntesten Dienste sein. Auffällig: alle oder zumindest die meisten gehören zu nordamerikanischen Firmen. Jetzt könnte ich ein wenig auf der aktuellen NSA-Späh-Affäre rumhacken – aber das lasse ich einfach mal so als Stichwort stehen.

Warum aber nicht Cloud-Dienste aus/in Deutschland nutzen? In erster Linie wohl eben darum, weil man mehr oder weniger durch Wahl eines bestimmten Gerätes an einen Cloud-Dienst gerät und dann einfach dabei bleibt, weil es so bequem ist. Dabei bieten auch deutsche Firmen ihre Dienste an: Web.de, gmx, Strato erlauben mehrere Gigabyte an kostenlosem Speicher, auch die Telekom ist dabei – sie bietet sogar 25 GB kostenlos – auch für Nicht-Kunden. Das ist z.Z. der größte kostenlose Speicher wenn ich nicht irre. Zudem garantiert die Telekom bei ihrem „MediaCenter“ genanntem Cloud-Dienst, dass die Server in Deutschland stehen – und damit deutschem Recht unterliegen.

mediacenter

Auf den Seiten der Telekom kann man sich ein kleines Programm (< 3MB) herunterladen, dass diesen Cloud-Speicher wie einen Ordner im Explorer einbindet. Besser gesagt wird man bei der Installation gefragt, mit welchem Order das MediaCenter synchronisiert werden soll. Standardmäßig werden in diesem Ordner dann die Unterordner Dokumente, Musik, Bilder und Videos angelegt. Außerdem landet eine Anleitung im pdf-Format in diesem Ordner.

In diese Ordner kopierte Dateien werden sofort bzw. bei nächster Internetverbindung mit der Cloud synchronisiert – wohlgemerkt mit Servern in Deutschland. Das mag zwar schön sein, ist letztlich aber auch kein hundertprozentiger Schutz – weder gegen Datenverlust, noch abhören oder sonst was. Während der Synchronisation sieht man im Systemtray das entsprechend animierte Symbol des MediaCenters (was bei der Installation des o.g. Programmes erzeugt wird). traysymbolÜber Rechtsklick auf dieses Symbol kann man noch diverse Einstellungen vornehmen – z.B. auch festlegen, welche Ordner synchronisiert werden sollen. Praktisch z.B. bei Laptops, um unterwegs nicht riesige Foto- oder Video-Ordner zu synchronisieren. Was hier noch fehlt, wäre eine Anzeige bei den Dateien im MediaCenter-Ordner selbst, damit man sieht, welche schon synchronisiert sind.

Vorteile: 25 GB Speicher, Inhalte können mit anderen geteilt werden – auf Wunsch Passwortgeschützt. Dabei werden autom. 2 Mail verschickt: die erste Mail enthält den Link zu den geteilten Dateien,mail1

 

die 2. Mail erhält das Passwort für den Zugang.mail2

 

 

 

Hat die  Person, mit der die Dateien geteilt werden sollten auf diese zugegriffen, so wird man ebenfalls darüber per Mail informiert.

mail3

 

 

 

 

 

Es ist auch möglich, der anderen Person Schreibrechte mitzugeben.

Nachteile: Es können keine Ordner zum Teilen angewählt werden. Auch, wenn in einem Ordner Unterordner (mit-) ausgewählt werden, ist der „Teilen-Button“ nicht aktiv. Eine Kartenansicht – z.B. für Bilder mit GPS-Daten – fehlt. Es gibt wohl wenig wirklich gut funktionierende mobile Apps für das MediaCenter – es lohnt also vor allem vom heimischen PC aus – weniger für mobile Geräte. Zudem läßt sich z.B. ein Windows Phone Gerät auch nicht so einstellen, dass es standardmäßig bei der Telekom statt bei Microsoft speichert. Letztlich sind es aber 25 GB Speicherplatz – und falls das mit deutschem Serverstandort wirklich ein Vorteil ist, dann kann man „Wichtigeres“ eben in der Telekom-Cloud speichern und anderes weiterhin bei Microsoft, Google und Co. Ansonsten bietet sich für (noch) Wichtigeres immer wieder Truecrypt zur Verschlüsselung an. Allerdings muß man diesen Container wohl immer wieder komplett hochladen. Auf ein ordentliches lokales Backup würde ich trotzdem nicht verzichten wollen.

Update oder vielmehr wichtiger Nachtrag: die Telekom Cloud bzw. das Media-Cenetr verfügt über keinen Papierkorb! Was dort gelöscht wird, kann nicht wieder hergestellt werden. Man sollte also überlegen, ob man wirklich als einzigen Speicherort auf dem PC den Media-Center-Ordner wählt oder ob seine Bilder aus einem rein-lokalen Ordner nochmal in den Media-Center-Ordner kopiert!

2 Klicks für mehr Sicherheit: der 1. Klick aktiviert die Buttons (schon dabei werden Daten übertragen) der 2. Klick ermöglicht das Empfehlen, Twittern usw.

Über dischue

„Chef“ dieses Blog-chens hier und momentan fast einziger Verfasser der Artikel auf diesen Seiten, fleißiger Internetnutzer und für technische Spielereien aller Art zu haben… ;-)

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